Zielgruppe: Chef und Büro/Buchhaltung
Typische Nutzung: Spontanprüfung oder angekündigte Betriebsprüfung
Aufruf: AproSuite → Berichte → RKSV · my.apro → Reporting
Zweck
Bei einer Finanz- oder Kassenprüfung in Österreich will der Prüfer belegen: Die Kasse ist RKSV-konform, die Signaturkette ist geschlossen, die Einnahmen sind vollständig erfasst. Der Chef/Büro liefert auf Anforderung einige Standarddokumente — die Kasse hat dafür fertige Export-Funktionen. Dieser Artikel erklärt, was typischerweise verlangt wird, wo die Daten liegen und wie der Chef vorbereitet auftritt.
Was der Prüfer sehen will
Typische Anforderungen:
- Startbeleg — Der allererste signierte Beleg der Kasse. Papier und/oder PDF.
- FinanzOnline-Registrierung — Nachweis, dass die Kasse bei FinanzOnline gemeldet ist (Registrierkassen-Übersicht).
- Jahresbelege der Vorjahre — Wurden sie erzeugt, gemeldet, archiviert.
- DEP-7-Export — Der lückenlose Rohdaten-Export aller Belege eines Zeitraums (Datenerfassungs-Protokoll).
- Kassenauskunft (optional) — Prüfer-orientierter Schnellbericht über Umsätze, Kellner, Stornos, Retouren.
- Kassabuch — Bargeldbewegungen lückenlos, mit Belegen.
- Signaturkette prüfen — Monats- und Jahresbelege vorhanden, keine ungeklärten Ausfälle.
- Stornoliste — Alle Stornos nach Rechnungsdruck mit Grund.
- Fiskalisierungs-Ausfälle dokumentiert — Wenn aufgetreten: Meldewesen-Report / Nachsignatur-Protokoll.
Ablauf
Wenn der Prüfer vor Ort ist oder eine Anfrage stellt:
- Ruhe bewahren, Termin-Klarheit — Prüfer stellt sich vor, klärt Zeitraum und Umfang. Kommentare/Gespräche nur durch Chef oder Steuerberater.
- Steuerberater informieren — Ideal: Der Steuerberater kommt dazu oder ist telefonisch erreichbar.
- In AproSuite einloggen —
Berichte → RKSV. - DEP-7 exportieren — Für den angefragten Zeitraum. AES-Schlüssel bereithalten (für die Entschlüsselung; wird dem Prüfer bei Bedarf übergeben).
- Kassenauskunft erzeugen — oder AproSuite-Äquivalent. Kompakter Überblick für den Prüfer. (Menüpfad nicht in den my.apro-Navigationsdaten belegt.)
- Kassabuch exportieren —
my.apro → Kassenmodule → Kassabuch → Kassabuchals PDF oder CSV. - Stornos zeigen — mit Grund und Kellner. (Menüpfad nicht in den my.apro-Navigationsdaten belegt.)
- Signaturkette belegen — Validations im Fiskaltrust-Portal öffnen, Monats- und Jahresbelege vorzeigen.
- Digitale Belege im Fiskaltrust-Portal — Nur falls der Prüfer den Digitalen Beleg als Thema aufnimmt. Er sieht dort, dass jeder Beleg samt QR-Code in der Cloud liegt.
- Übergabe-Protokoll — Alles, was der Prüfer mitnimmt, mit Ort/Datum notieren.
Einstellungen
- AES-Schlüssel zugänglich — Sicher beim Chef oder Steuerberater hinterlegt. Ohne Schlüssel ist der DEP-7-Export für den Prüfer wenig wert.
- Fiskaltrust-Portal-Zugang — Login für Chef/Büro funktioniert. Der Prüfer kann (je nach Wunsch) direkt ins Portal blicken.
- Archiv der Papier-Startbelege und Jahresbelege — An einem bekannten Ort im Büro.
- Kellner-Zuordnung vollständig — Wenn der Prüfer Kellner-Abrechnungen kontrolliert, müssen Kellner in my.apro pflegbar sein (Namen/IDs).
- Kassensystembeschreibung vorhanden — Der Fiskus verlangt in Österreich die Apro-Systembeschreibung als Dokumentation. Wird bei Bedarf übergeben (das Büro hat die PDF).
Berechtigungen
Rolle | Was sie damit machen kann |
|---|---|
Kellner | Nichts; Prüfer-Gespräche nicht führen |
Chef | Exporte auslösen, Prüfer-Fragen beantworten |
Büro | Historische Berichte aufarbeiten, Kassabuch übergeben, AES-Schlüssel verwalten |
Steuerberater | Begleitet die Prüfung, interpretiert Anforderungen |
APRO-Support | Wenn ein Export nicht funktioniert oder der Prüfer Sonderwünsche hat |
Varianten
- Angekündigte Betriebsprüfung (häufiger Fall) — Steuerberater wird vorab informiert. Vorbereitung möglich: DEP-Exporte, Kassabuch, Stornoliste bereitlegen.
- Unangekündigte Kassennachschau (§146b BAO) — Prüfer kommt spontan vor Ort. Ruhe bewahren, Kasse normal laufen lassen, Exporte sofort erzeugbar.
- Anfrage auf Distanz (schriftlich) — Steuerberater fordert Exporte aus my.apro an und versendet.
- Branchenbezogene Sonderprüfungen — Z.B. Bargeldintensive Branchen. Schwerpunkt auf Kassabuch und Bargeldorten.
Typische Prüfer-Fragen
- „Gab es im Zeitraum Fiskalisierungs-Ausfälle?" → Im Meldewesen-Report und im Fiskaltrust-Portal einsehbar. Wenn ja: Nachsignatur-Protokoll zeigen.
- „Wie viele Stornos nach Rechnungsdruck?" → mit Grund. (Menüpfad nicht in den my.apro-Navigationsdaten belegt.)
- „Wie werden Trinkgelder verbucht?" → Je nach Betrieb. Kellnerabschlag und FiBu-Konten-Zuweisung zeigen.
- „Sind alle Kassen registriert?" → Fiskaltrust-Portal zeigt pro Kunde alle CashBoxen. FinanzOnline-Registrierkassen-Liste dagegenhalten.
- „Nullbelege am betriebsfreien Tag?" → Kasse erzeugt automatisch. Sichtbar im DEP-7.
Problembehebung
- „AES-Schlüssel verloren" → Ohne Schlüssel kann der DEP-7 nicht entschlüsselt werden. APRO-Support kontaktieren — unter bestimmten Umständen lässt sich der Schlüssel aus Kasse-Backups rekonstruieren; das muss vorher mit dem Steuerberater abgestimmt sein.
- „DEP-7 schlägt fehl" → Oft zu großer Zeitraum. In Jahres- oder Quartals-Scheiben exportieren.
- „Kassenauskunft zeigt Null" → Zeitraum falsch oder Tagesabschluss fehlt. Daten-Integrität prüfen.
- Papier-Startbeleg nicht mehr lesbar → Thermopapier verblasst mit den Jahren. PDF-Kopie aus dem Fiskaltrust-Portal drucken und vorlegen.
- „Fiskaltrust-Portal zeigt fehlende Validations" → Vor der Prüfung mit dem Techniker klären, ob Validations nachgeholt werden müssen. Lücken wirken beim Prüfer ungünstig.
- Prüfer will Rohdaten in Excel → DEP-7 liefert XML. my.apro kann CSV-Reports für Spartenumsatz, Zahlungsmittel, Kellner-Umsatz erzeugen. Ausreichend für die meisten Prüfer.
Siehe auch
fiskaltrust-einrichtung-at.md— Basis der RKSV-Konformitätvalidations.md— Periodenbelege, die der Prüfer sehen willfiskalisierung-ausfall-beheben.md— Dokumentation von Ausfällenrechnung-zurueckholen.md— Stornolistekassabuch-buchungen.md— Prüfer-relevante Bargeld-Dokumentationmonatsabschluss.md— Vor Prüfung: Perioden sauber abgeschlossen
