APRO Hilfe · Stand 6. November 2026

TSE Deutschland einrichten

Einrichtung

Zuletzt aktualisiert: 5. November 2026ca. 4 Min. Lesezeit

Zielgruppe: Chef/Büro — technische Umsetzung durch APRO-Techniker
Typische Nutzung: Einmalig bei Inbetriebnahme einer neuen Kasse in Deutschland
Aufruf: Fiskaltrust-Portal DE (portal.fiskaltrust.de) + Kasse → AproSuite → Fiskalisierung

Zweck

In Deutschland schreibt die Kassensicherungsverordnung (KassenSichV) eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung (TSE) für jede Kasse vor. Die TSE ist ein kleiner USB-Stick (üblicherweise SWISSBIT), der jeden Beleg unveränderbar signiert. Die Anbindung an die Kasse läuft über Fiskaltrust Deutschland. Zusätzlich verlangt der Fiskus den DSFinV-K-Datenexport — ein standardisiertes Format für den Betriebsprüfer. Die Einrichtung passiert einmalig durch den APRO-Techniker; für den Chef geht es darum, die richtigen Unterlagen bereitzuhalten und den Registrierungs-Prozess mitzumachen.

Ablauf aus Sicht des Chefs/Büros

  1. Kontakt mit APRO-Techniker aufnehmen — Vor der Aktivierung. Techniker klärt, ob Fiskaltrust-DE-Konto bereits besteht oder angelegt werden muss.
  2. Stammdaten bereitstellen — Firmenname, Anschrift, Steuernummer, USt-IdNr., Ansprechpartner, Mail. Für die Anlage im Fiskaltrust-DE-Portal.
  3. TSE-Stick in Empfang nehmen — Meist SWISSBIT. Wird per Post zugestellt oder vom Techniker mitgebracht. Jede Kasse braucht einen eigenen TSE-Stick (ein Stick darf nicht an zwei Kassen gleichzeitig laufen).
  4. Techniker richtet ein: Kunde im Portal, CashBox, Queue (DE), TSE-Zuweisung, Fiskaltrust-Dienst, Laufwerksbuchstabe U: für die TSE, AproSuite-Fiskalmanager.
  5. Startvorgang und Nullbeleg — Techniker erzeugt den ersten signierten Beleg und prüft die Kette.
  6. Registrierung beim Finanzamt — Seit 2023 ist das zentrale Mitteilungsverfahren aktiv. Chef/Steuerberater übermittelt über ELSTER oder „Mitteilungsverfahren Kassen" die TSE-Daten (Seriennummer, Zertifizierungs-ID).
  7. Dokumentation erhalten — Chef bekommt: Fiskaltrust-DE-Login, TSE-Seriennummer, Kopie der Stammdaten.

Was muss der Chef wissen

  • TSE-Laufzeit ist begrenzt — SWISSBIT-Sticks haben eine Hardware-Laufzeit (aktuell 5 Jahre ab Herstellung oder nach einer bestimmten Anzahl Signaturen). Rechtzeitig vor Ablauf muss der Stick getauscht werden.
  • DSFinV-K ist der Export für den Prüfer — Bei einer Betriebsprüfung verlangt der Prüfer die DSFinV-K-Datei des geprüften Zeitraums. Die Kasse erstellt sie auf Anforderung.
  • Belegausgabepflicht — Jede Transaktion bekommt einen Beleg. Papier oder Digitaler Beleg; der Kunde darf den Beleg ablehnen, der Beleg muss aber erzeugt werden.
  • Ausfälle sind meldepflichtig — Bei längeren TSE-Ausfällen ist eine Mitteilung ans Finanzamt vorgesehen. Im Kasseninternen Meldewesen-Report werden Ausfälle automatisch dokumentiert.

Einstellungen

  • Fiskaltrust-DE-Konto — Einmalig vom Techniker angelegt. Pro Kunde ein Account.
  • TSE am Laufwerksbuchstaben — Üblicherweise U:. In der Windows-Datenträgerverwaltung vergibt der Techniker den Buchstaben.
  • Fiskaltrust-URL und Port — Standard grpc://localhost:8093. Vom Techniker konfiguriert.
  • AproSuite Fiskalmanager (DE) — AproSuite → Fiskalisierung → Typ DE aktiviert.
  • DSFinV-K-Exportpfad — Wohin der Export abgelegt wird (Netzwerkordner, OneDrive, lokaler Ordner). (Menüpfad nicht in den my.apro-Navigationsdaten belegt.)
  • Digitaler Beleg DE optional my.apro → Kassenmodule → Drucker & Profile → Profile — Der Digitale Beleg funktioniert auch in Deutschland und erfüllt die Belegausgabepflicht.

Berechtigungen

Rolle

Was sie damit machen kann

Kellner

Nichts (TSE läuft im Hintergrund)

Chef

Fiskaltrust-DE-Portal einsehen, DSFinV-K-Export auslösen

Büro

DSFinV-K-Export an Steuerberater weitergeben, Meldewesen-Report prüfen

Steuerberater

DSFinV-K importieren (über DATEV-Kassenarchiv oder vergleichbares System)

APRO-Techniker

Einrichtung, TSE-Tausch, Fehlerbehebung

Varianten

  • Ein Standort, eine Kasse — Ein TSE-Stick reicht.
  • Ein Standort, mehrere Kassen — Pro Kasse ein TSE-Stick. Eine zentrale TSE für mehrere Kassen gibt es, ist aber bei APRO-Setups unüblich.
  • Mehrere Betriebe/Filialen — Pro Betrieb ein eigenes Fiskaltrust-DE-Konto (oder Unter-Mandant). Pro Kasse ein Stick.
  • Firmware-Update — SWISSBIT-Firmware wird gelegentlich aktualisiert. Das macht der Techniker über ein Fiskaltrust-Tool; die Kasse läuft während des Updates nicht.
  • Cloud-TSE — In Deutschland ist Cloud-TSE technisch möglich, im APRO-Setup aktuell kein Standard. Bei Interesse APRO-Beratung anfragen.

Problembehebung

  • „Sicherheitseinrichtung ausgefallen" → Siehe fiskalisierung-ausfall-beheben.md. Häufiger erster Schritt durch den Techniker: Apro-Fiskaltrust-Dienst im Windows-Dienst neu starten, Laufwerksbuchstabe prüfen.
  • Stick wird nicht erkannt → USB-Port wechseln. Im Geräte-Manager prüfen, ob der Stick sichtbar ist. Ggf. Windows-Treiber aktualisieren.
  • „TSE läuft bald ab" → Hinweis der Kasse oder im Fiskaltrust-Portal. Tausch über tse-tausch-deutschland.md.
  • DSFinV-K-Export schlägt fehl → Exportordner-Pfad in my.apro prüfen (Netzwerk verbunden?). Fehlende TSE-Signaturen? Zuerst Nachsignatur, dann Export.
  • Startvorgang schlägt fehl → Im Fiskaltrust-Portal prüfen, ob das APRO-Produkt zugewiesen ist. Techniker kontaktieren.
  • Meldung ans Finanzamt unklar → Der Steuerberater kennt das Mitteilungsverfahren. APRO liefert die Seriennummer und Zertifizierungs-ID, der Steuerberater übermittelt.
  • Kasse läuft, aber keine TSE-Signatur am Beleg → Oft ein Dienst-Problem. Der Techniker prüft den Fiskaltrust-Dienst-Status. Bis zur Wiederherstellung laufen die Belege ohne Signatur mit Ausfall-Hinweis.

Siehe auch

  • tse-tausch-deutschland.md — Wechsel bei Ablauf/Defekt
  • fiskalisierung-ausfall-beheben.md — Ausfall-Behandlung
  • validations.md — Periodische Prüfung
  • digitaler-beleg.md — Belegausgabepflicht erfüllen
  • fibu-ablauf.md — DATEV Kassenarchiv ergänzt DSFinV-K
  • Technische Details: Technik-Wiki („Fiskalisierung TSE Deutschland")